Ein Notvorrat für länger als 1 Monat ist QUATSCH!

Der Zusammenbruch steht unmittelbar vor der Tür, hortet Vorräte, macht euch bereit!

Diese Botschaft schwebt im Hintergrund bei vielen Krisenblogs und Krisenshops. Ich selber bin seit 6 Jahren im Geschäft – ich leite den Krisenvorsorge-Shop Sicherstadt. Und ich sage euch –

Einen Notvorrat für mehr als einen Monat anzulegen ist Quatsch.

Zu hart gesagt? Na ja, dann gehen wir mal zusammen die Fakten durch.

Nur 5 % der Menschen in Deutschland haben sich bewusst einen eigenen Notvorrat angelegt. D.h. 95 % von uns sind komplett unvorbereitet, egal was kommt. Vergessen Sie einen Weltuntergang. Wir sprechen von solchen Banalitäten wie Hochwasser, Versorgungsstörungen oder Stromausfälle. Innerhalb von Stunden, höchstens wenigen Tagen wären wir komplett auf fremde Hilfe angewiesen (Lebensmittelversorgung, Wasserversorgung, Heizen usw.).

Die allermeisten denkbaren und wahrscheinlichsten Krisen- und Notfälle würden an sich kein „Ende der Zivilisation“ bedeuten, sondern nur eine große „Störung“, ein vorübergehendes „AUS“ des Systems. Es geht dann darum, dieses „AUS“ gesund und sicher zu überbrücken. Da hilft ein 14-Tage Notvorrat enorm. Oder ein Monatsvorrat, wenn man auf Nummer Sicher gehen möchte und man Reserven für unerwartete Situationen haben will (Besuche von nicht so gut vorversorgten Freunden/Nachbarn).

Im Falle eines Systemausfalles für ein bis zwei Wochen ist es einfach am besten und Sichersten zu Hause zu bleiben – so lange es nur geht. Das geht aber nur, wenn man „vorversorgt“ hat.

Wir unterstützen die Empfehlung des Bundes, dass jeder Bürger in der Lage sein sollte, ca. zwei Wochen „autark“ zu überstehen, ohne Hilfe von auβen (was Trinken, Essen, Licht und andere Grundbedürfnisse angeht). Ein Ausfall des Systems – aus welchem Grund auch immer – wäre dann in so einer Situation nur „ein mittelgroßes Problem“, aber keine Katastrophe. Die Gesellschaft bestehend aus vielen potenziell autarken Menschen wäre dann widerstandsfähiger, sicherer und selbstbewusster. Das ist auch unser Ziel.

Krisenvorsorge-Überlegungen: Plan B – ist Nichts für Jedermann...

Sollte ein Notfall, das „AUS“ des Systems, länger als zwei Wochen / einen Monat dauern, müsste man schon ganz anders darüber nachdenken. Besonders in einer Stadt geht es dann nicht mehr um irgendwelchen Notvorrat im Keller. Da geht es ums Überleben, um Autarkie und Sicherheit „auf Dauer“. Ein Notvorrat an sich reicht nicht. Man muss vor allem

  1. Eine sichere Zuflucht haben. Idealerweise außerhalb der Stadt
  2. Einen Notvorrat, der so lange ausreicht, bis man eigene Lebensmittel produzieren kann
  3. Eine Gruppe von Gleichgesinnten – alleine kommt man nicht durch
  4. Mittel um Haus und Hof entschlossen zu verteidigen
  5. Das mentale Zeug dafür haben um in einer völlig anderen Welt zu leben. Die Unfair, gefährlich und brutal ist. Auf Dauer.

Die schlechte Nachricht – ein Notvorrat hilft hier nichts. Egal, ob Sie für die Dosen und Wasserfilter in Ihrem Keller 200 € oder 2000 € ausgegeben. Wenn sie also 2000 € für einen Notvorrat ausgeben, dabei aber die anderen Punkte (Zuflucht, Gruppe, Lebensmittelanbau, Verteidigung) nicht bedacht haben, dann haben Sie etwa 1500 € durch den Schornstein gejagt. Sorry.

Die gute Nachricht – die Wahrscheinlichkeit eines totalen Zusammenbruchs des Systems ist wirklich gering.

Klar, man kann sich auf das mögliche Ende der Zivilisation und der Versorgung aller Art vorbereiten. Es ist nicht falsch oder verkehrt. Doch jetzt, in den „guten Zeiten“ kostet eine solche Vorbereitung sehr viel Zeit und Mühe. Die Vorbereitung auf „eine andere Welt“ bindet so viel Mittel, dass man das Leben in der Welt „vor dem Zusammenbruch“ (der statistisch gesehen wahrscheinlich nicht kommt) kaum noch genießen kann. Das ergibt nur einen Sinn für jemanden, der das Ganze als Hobby betreibt.

Mit anderen Worten: Ein Plan B ist nicht für Jedermann.

Krisenvorsorge-Überlegungen: Was mache ich also?

Wenn man ein durchschnittlicher Bürger ist, der einfach verantwortlich handeln möchte, dann ist die beste Lösung:

Sich mit möglichst wenig Aufwand auf 95 % der denkbaren Fälle vorbereiten. Das heißt einen kompletten Notvorrat für 2 Wochen, höchstens für einen Monat sich anzulegen. Und dann weiterhin ein zufriedenes Leben im Rahmen des Systems führen und an ein Ende der Welt genauso wenig denken, wie bisher.

Man kann dann immer einen weiteren Schritt in Richtung „Krisenvorsorge und Autarkie“ machen, wenn man will. Für die Meisten von uns ist es einfach kein Thema. Muss auch nicht sein. Wir sind keine Profi-Prepper, sondern Menschen die einfach nur vernünftig handeln wollen. Um mit wenig Aufwand möglichst viel Gefahr zu eliminieren.