Krisenvorsorge Tipps - Wasserfiltern für Fortgeschrittene

- oder auch "Wie trinkt man aus dem Rhein?"

Bitte nicht erschrecken :) Aus dem Rhein zu trinken hört sich wie eine extreme Idee an – und mit Recht. Selbst mit den besten Wasserfiltern lässt sich das Gesundheitsrisiko zwar deutlich reduzieren, aber nicht komplett ausschließen. Allerdings lassen sich mit diesem hypothetischen Beispiel sehr gut die Möglichkeiten bzw. Grenzen verschiedener Wasserfilter demonstrieren, denn im Rhein (oder einfach in jedem Fluss einer beliebigen deutschen Großstadt) muss man eben mit allen denkbaren Verunreinigungen rechnen. Im Wasser gibt es im Grunde fünf potenzielle „Problemträger“ (nach der Partikelgröße sortiert).

Einheiten: 1mm (Millimeter) = 1000 um (Mikrometer=Mikron) = 1 000 000 (Nanometer)

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Schwebstoffe

Abmessungen: bis mehr als 1 mm

Verschiedene feste im Wasser schwebende Partikel. Können mit den meisten Filtern beseitigt werden. Je stärker ist jedoch die Trübung, desto schneller verstopfen die Filter. Es ist also ratsam, immer möglichst nur leicht trübes Wasser zu filtern.

Protozoen

Abmessungen: 5-15 um

Kleine Einzeller (auch Urtierchen genannt). Einige Sorten können schwere akute Durchfallserkrankungen verursachen. Die zwei verbreitetsten Arten sind Giardia und Cryptosporidium.

Bakterien

Abmessungen: 0,5 – 2 um

Ebenfalls Einzeller, allerdings noch kleiner und einfacher als Protozoen. Es gibt eine Unmenge von Arten, die verbreitetsten Krankheitserreger sind E. Coli, Clostridien, Enterokoken, Salmonelen und Pseudomonaden. Verursachen akute Durchfälle, Harnwegentzündungen und andere Probleme.

Viren

Abmessungen: 30 – 80 nm

Haben keine eigene Zelle mehr. Es sind kleine Partikel, die sich in fremden angegriffenen Zellen vermehren. Zu den verbreitetsten Krankheitserreger beim Menschen gehörten Rotaviren und Noroviren. Verursachen ebenfalls akute Durchfälle, Fieber und Übelkeit.

Chemikalien

Abmessungen: einzelne Moleküle

NOx (Nitrate und Nitrite), Schwermetalle (Quecksilber, Blei, Arsen,...), Pestizide, Herbizide. Oft handelt sich um einzelne Moleküle, die viel zu klein sind, um mechanisch abgefiltert werden zu können.

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Wichtig zu wissen

  • Protozoen, Bakterien und Viren verursachen meistens akute Erkrankungen, Chemikalien lagern sich oft im Organismus ab und verursachen Probleme eher mittel- und langfristig, bei wiederholtem Einnehmen.
  • Protozoen und Bakterien können mit vielen handelsüblichen Wasserfiltern aus dem Wasser entfernt werden. Viren dagegen nur mit den wenigsten – eine sehr feine Filtrierung ist hier notwendig.
  • Außerhalb des Wirtsorganismus überleben die meisten Viren nur wenige Tage. In der Natur ist es wahrscheinlich, dass Wasser keine schädlichen Viren enthält. In besiedelten Gebieten muss man dagegen immer mit Viren im Wasser rechnen.
  • Chemikalien kommen umso häufiger im Wasser vor, je intensiver der Raum landwirtschaftlich (Nitrate und Nitrite aus Düngemitteln, Pestizide usw.) oder industriell genutzt (Schwermetalle, organische Verunreinigung) ist.
  • Um die Konzentration der Chemikalien im Wasser zu reduzieren, wird Aktivkohle eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein sehr poröses Material mit vielen kleinen Hohlräumen (schon ab 1nm), in welchen die Schadstoffe abgefangen (adsorbiert) werden.

Wir wissen jetzt welche Krankheitserreger im „Stadtwasser“ zu erwarten sind. Für eine echte Krisenvorsorge ist also eine Lösung erforderlich, die möglichst alle fünf „Problemträger“ - nämlich Schwebstoffe, Protozoen, Bakterien, Viren und Chemikalien – reduziert. Welche kommen in Frage?

Wasserfilter für die Krisenvorsorge - Sawyer, LifeStraw und Grayl

Was ist also unsere Empfehlung?

  • Für unterwegs in der Natur, oberhalb menschlicher Siedlungen - Sawyer Mini
  • Für alle anderen Gebiete entweder den Grayl Wasserfilter (für eine Person), oder LifeStraw Mission für mehrere Personen.